Ankrabad


„Die Palastoase muss ein Zeichen dafür sein, dass uns der Allgott nicht verlassen hat. Wie sonst kann solch fruchtbare Schönheit inmitten dieser Wüste überdauern?“ – Ein Hohepriester vom Kult des Allgöttlichen, 237 NNT

Übersicht


Ankrabad wird auch als Perle des Nordens bezeichnet, eine Stadt, von der fast jeder in Amarlia schon einmal gehört hat. In einer sonst spärlich bewohnten Wüstenlandschaft ist sie im Norden nicht nur die einzige Siedlung, die zu einer echten Stadt herangewachsen ist, sondern mit der Palastoase hat sie in ihrem Zentrum auch eine Attraktion, für deren Anblick so mancher Einwohner Amarlias schon weit gereist ist.

Demografie


Der Großteil der Einwohner besteht aus einheimischen Manadi, doch neben den im Norden geborenen Menschen gibt es auch Vertreter anderer Kulturen und Rassen, die sich in Ankrabad niedergelassen haben.

Herkunft spielt in der Stadt ohnehin nur zum Teil eine Rolle. Natürlich leben auch hier viele Einwohner, die Fremden gegenüber mit Vorurteilen begegnen, doch es gibt mehrere Beispiele von zugereisten Bewohnern, die es in Ankrabad unabhängig von ihrer Herkunft trotzdem zu etwas gebracht haben.

Übergeordnet lässt sich die Bevölkerung in vier unterschiedliche Schichten einteilen, bei denen es sehr darauf ankommt, wo in der Stadt man wohnt.

An der Spitze der demografischen Nahrungskette stehen die Alvordi – eine der Gründerfamilien Ankrabads, die seit je her die politischen Geschicke der Stadt leitet. Die Familie ist trotz ihres Sonderstatus und den damit einhergehenden Annehmlichkeiten in der Bevölkerung sehr geschätzt. Man begegnet ihnen zwar nur selten in der Stadt und das niemals ohne ihre Leibwache, doch die Alvordi galten schon immer als faire Herrscher, denen viel daran liegt, dass es der Gesamtbevölkerung gut geht.

Auf die Alvordi folgen die Edelleute, einheimische wie zugereiste Bewohner, deren Status sich ausschließlich an ihrem Reichtum ausmachen lässt. Wer im Goldviertel Ankrabads lebt, der gehört dazu, mit allen Vor- und Nachteilen die es bringt. Denn nicht jeder Einwohner schätzt die Edelleute auf gleiche Weise, wie es bei den Alvordi der Fall ist, und im Anbetracht dessen, wie so mancher zu seinem Reichtum gekommen ist, ist das auch nur zu verständlich.

Unterhalb der Edelleute ist die größte Bevölkerungsgruppe Ankrabads angesiedelt – die Mittelschicht. Vertreter der Mittelschicht gehören allen möglichen Arbeitsgruppen an und leben weit verbreitet in der Stadt. Im Endeffekt gehört jeder Bewohner dazu, der nicht im Goldviertel, dem Elendsviertel oder gar in der Palastoase wohnt.

Die Unterschicht lebt am östlichen Ende der Stadt im Elendsviertel, einer Anhäufung von Konstruktionen aus Asthölzern, die mit Flechtmatten aus Palmfasern bedeckt sind. Der eine oder andere hat es sich leisten können, seine Behausung mit Lehm zu verstärken, doch im Anbetracht des geringen Abstands zueinander, verhilft auch das nur zu einer begrenzten Privatsphäre.

Politik


Die politischen Strukturen in Ankrabad sind über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren gewachsen. Die Alvordi leiten die Geschicke der Stadt bereits seit ihrer Gründung und haben eine Vielzahl von Regeln aufgestellt, um das Gemeinwohl zu stärken. Diese Regeln sind in einem 134-seitigen Werk namens „Ankrabad – zum Wohle aller“ zusammengefasst und bilden die Grundlage für die Rechtsverwaltung der Stadt.

Neben jährlich gewählten Repräsentanten, die verschiedenen Aspekten der Stadtleitung vorstehen und direkt mit den Alvordi zusammenarbeiten, gibt es für die Bevölkerung auch eine weitere Möglichkeit, sich aktiv am politischen Leben zu beteiligen. Einmal im Monat wird die sogenannte Volksversammlung einberufen, eine Veranstaltung im großen Theater inmitten des Goldviertels. Das Theater bietet Raum für mehrere tausend Einwohner und die Volksversammlung dient als Plattform dafür, in aller Öffentlichkeit den Repräsentanten und in seltenen Fällen auch den Alvordi die eigene Meinung mitzuteilen.

Kriminalität gibt es natürlich auch in Ankrabad, doch die Ausmaße halten sich im Vergleich zu den Städten anderer Regionen in Grenzen. Das liegt zum Teil allerdings auch an den drakonischen Strafen, die nicht selten schon zum Tode des Verurteilten geführt haben. Die Todesstrafe selbst gibt es in Ankrabad bereits seit über einhundert Jahren nicht mehr, doch so manche Strafe hat in den meisten Fällen trotzdem ein tödliches Ende. Für einen verurteilten Mord wird man zum Beispiel vor der Stadt tagelang an einen Pfahl gebunden, eine Strafe die nicht viele bei den Bedingungen im Norden überleben.

Palastoase


Die Palastoase ist mit Abstand das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt. Die Anlage ist zum Schutze der Ressourcen von einer riesigen Mauer umgeben und umfasst den größten Teil der Oase, die Ankrabad versorgt. Inmitten der Oase steht der Palast der Alvordi, seit über zweihundert Jahren der Wohnort der Gründerfamilie. Der Palast wird ebenso wie der Rest der Anlage bei Tag und Nacht bewacht.

Der Zutritt zu der Anlage ist im Alltag eingeschränkt, doch für einen Zeitraum von drei Tagen am Ende eines jedes Monats erlauben die Alvordi unter erhöhter Aufsicht das Betreten der Anlage, um die Einwohner neben den Ressourcen auch an der Schönheit der Oase teilhaben zu lassen. Der Palast selbst bleibt allerdings auch während dieser Tage weiterhin für die Öffentlichkeit gesperrt, da die Alvordi großen Wert auf ihre Privatsphäre legen.