Der Süden


„Welch unbeschreibliche Wunder sich wohl in den dunklen Tiefen dieser Region verbergen. Was würde ich nicht dafür geben, auch nur einen Tag ein Fisch zu sein!“ – Radagast der Entdecker, 128 NNT

Übersicht


Keine Region ist so feucht wie der Süden, dem Hoheitsgebiet des Wassers. Durchzogen von Flüssen und Seen ist es am Ende aber doch das Meer, das den Süden so besonders macht. In vielen Überlieferungen ist festgehalten, dass Amarlia einst vollständig von Wasser umgeben war, doch seit der Ankunft vom Nebel des Todes gibt es nur noch im Süden einen kleinen Zugang zu den ehemaligen Weiten des Meeres.

Im südlichsten Teil der Region liegt Mengbilla, die größte Stadt des Südens und gleichzeitig auch Sitz vom Orden des Wassers. Überall verstreut gibt es darüber hinaus eine Vielzahl an kleineren Städten und Siedlungen, die nahezu alle auf irgendeine Weise von den Ressourcen der Flüsse und Seen abhängig sind. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade das Fischen eine weit verbreitete Fähigkeit unter allen Rassen ist.

Fauna


Das wohl wichtigste Tier der Region ist mit Abstand der Fisch. Er ist nicht nur eine der Hauptzutaten in etlichen einheimischen Rezepten, sondern stellt auch generell eine der Hauptnahrungsquellen des Südens dar. Nicht immer ist das auf den Geschmack der verschiedenen Fischarten zurückzuführen, sondern hat oftmals einen eher pragmatischen Hintergrund, denn Fische haben einen gewissen Nährgehalt und kommen im Süden in riesigen Mengen vor.

Nicht alles dreht sich jedoch um die Bewohner des Wassers. Auf den vielen Dämmen der Region sind zum Beispiel Schafe ein alltäglicher Anblick und in so manchem Heim findet man mal mehr oder weniger trainierte Frettchen als Haustiere.

Die beeindruckendsten Kreaturen des Südens bleiben aber nach wie vor die Wolkenbrecher. Diese schlangenartigen Wesen, die sowohl das Wasser als auch die Luft bewohnen, haben etwas Magisches um sich und bis zum heutigen Tage versucht man, ihrer einzigartigen Physiologie auf den Grund zu gehen. Das ist allerdings nicht immer ganz einfach, denn Wolkenbrecher sind – bei all den Geschichten, die sich um sie ranken – am Ende doch ein seltener Anblick.

Flora


Auch in der Pflanzenwelt gibt es mit dem Schilfrohr einen Vertreter, der einen ähnlichen Status wie der Fisch einnimmt. An den vielen Seen und Flüssen hat sich dieses dominante Gewächs mit der Zeit gegen eine Vielzahl an Gräsern und Wildkräutern durchgesetzt und diese verdrängt. Riesige Flächen sind mit Schilfrohr mittlerweile bedeckt und so war es nur nahelegend für die Bewohner des Südens auch daraus das Beste zu machen. So nutzt man das Schilfrohr selbst als Naturbaumaterial zum Decken von Dächern, verwendet junge Sprossen als Gemüse und benutzt die getrockneten Wurzeln zum Backen.

Es gibt aber auch immer noch andere Kräuter und Pflanzen, die überwiegend abseits der Gewässer wachsen. Gerade die Gnome legen viel Wert auf deren Erhaltung, da ihre Rasse eine ausgeprägte Teekultur pflegt.

Demografie


Der Süden ist nach dem Osten die bevölkerungsreichste Region Amarlias und das obwohl er flächendeckend die kleinste der vier Regionen darstellt. Ein Grund hierfür ist die Menge an natürlichen Ressourcen, insbesondere wenn es um Nahrungsmittel geht, doch es sind vor allem die Gnome und Rhultak, die für die Bevölkerungsdichte ausschlaggebend sind.

Während die Menschen überall in Amarlia in größerer Anzahl zu finden sind, haben sich die Gnome und Rhultak – wie die Naru im Westen – überwiegend in einer Region gehalten. Die kulturelle Symbiose der zwei Rassen hat sich über die letzten vier Jahrhunderte immer weiter ausgedehnt und mit den vielen Menschen sowie vereinzelter Naru wundert es nicht, dass der Süden so dicht besiedelt ist.

Im Gegensatz zum Norden, wo der größte Teil der Einwohner in Ankrabad lebt, sind die Einwohner des Südens weiter verstreut. Eine Mehrheit lebt durchaus in Mengbilla, der Hauptstadt der Region, doch daneben gibt es weitere kleinere Städte und Siedlungen, denen gerade im Bereich des Fischfangs eine nennenswerte Bedeutung zukommt.

Orden der Macht


Der Orden des Wassers ist neben dem Orden der Luft der einzige, der seinen Sitz in unmittelbar Nähe zu einer der regionalen Hauptstädte hat. Am südlichen Ausläufer Mengbillas – auf einer kleinen Insel im letzten frei zugänglichen Meer Amarlias – liegt der sogenannte Wasserturm, aus dem der Orden die magischen Geschicke des Südens leitet.

Keiner der Orden hat Restriktionen, die die Aufnahme anderer Rassen unterbinden, doch aufgrund der Affinität zur Magie und der verhältnismäßig großen Population sind alle Orden überwiegend von Menschen besetzt. Alle bis auf dem Orden des Wassers, denn hier nehmen die Gnome eine leichte Mehrheit ein und steuern so mit ihrem kulturellen Hintergrund natürlich auch ganz bestimmte Sichtweisen bei.

So ist der Orden des Wassers auch der Orden, der sich am aktivsten in seiner Region einschaltet. Politisch gesehen wird auch hier versucht, eine klare Abgrenzung zu ziehen, doch gerade in Sachen Umweltschutz hat es schon Situationen gegeben, in denen politische Vertreter sich mit dem Orden in Streitgesprächen befanden. Grundsätzlich herrscht aber schon eine wohlgesinnte Einstellung gegenüber einander, was aufgrund der Nähe zwischen dem Orden und der politischen Leitung Mengbillas für beide Seiten nur von Vorteil ist.